Freitag, 2. Februar 2018

Hat Gott keinen Plan? Gibt es eine ewige Verdammnis? Wie wichtig ist die Bibel?

Zu diesen Themen findet man im Ideaspektrum 4.2018 zwei interessante Themen von Herrn Manuel Schmid, ICF-Pastor (Gott hat keinen  Plan für dein Leben!) und dem reformierten Theologieprofessor Rolf Wischnath (Das barmherzige Gericht Gottes).

Dies hat mich sehr bewegt. Nach einigen Tagen stellte ich folgende Gedanken zusammen:

Interessant, was Herr Manuel Schmid, ICF-Pastor schreibt. Es erinnert mich an John Lock (1632-1704), der aus einem puritanischen Familie stammte und traditionelle reformierte Theologie säkularisierte. Damit förderte Lock eine wichtige Grundlage für Ordnung und Freiheit aus der Bibel. Aber die Säkularisierung bedeutet immer auch ein Verlust von der gesamten Vielfalt der Bibel. Seine Philosophie verlor durch die Säkularisierung eine gewisse biblische innere Folgerichtigkeit.

Prinzipiell scheint mir eine Theologie oder eine Philosophie, die eine Brille darstellt, wie man die Bibel liest, problematisch. Diese Kritik möchte ich auch an den reformierten Theologen Rolf Wischnaht anbringen. Auch ich hätte gerne, dass schlussendlich alle Menschen in den Himmel kommen würden. Aber es ist nicht massgebend, was ich möchte, sondern was Gott offenbart hat. Ob dann Gott neben seinen Zusagen noch grosszügiger ist, ist seine Sache. Wir sollten uns hüten, mehr zu lehren, als Gottes Wort uns verspricht, sonst könnten wir schuld sein, dass jemand das ewige Heil verpasst: Denn hier und jetzt entscheidet sich, wie wir die Ewigkeit verbringen werden: Wir haben die Wahl: Entweder Freiheit und Gnade in Christus oder die gerechte ewige Strafe für uns. Entweder machen wir uns hier und jetzt auf den Weg der Gnade, Liebe und Barmherzigkeit in Christus oder aber wir verhärten und verrohen bis in alle Ewigkeit. Wenn wir die Gnade Gottes ablehnen und stattdessen die Werkgerechtigkeit oder die selbstsüchtige Gesetzlosigkeit wählen, werden wir uns in uns selber verlieren und beim Jüngsten Gericht wird unser Gewissen zu einem lodernden Feuer, das in der Ewigkeit nicht gelöscht werden wird.

Die Bibel - Altes und Neues Testament - ist Gottes Wort und legt sich selber aus. Wie jedes Buch hat es auch die Bibel verdient, dass man dieses Buch der Bücher so liest, wie es der Schriftsteller gemeint hat: "Ein Text sagt das, was der Autor sagen wollte." (Prof. E. D. Hirsh, geb. 1928). Ich weiss, das ist nicht Postmodern. Aber Postmodern ist oft antiintellektuell und  manchmal sogar irrational. Da es sich bei der Bibel um Gottes Wort handelt, ist es noch wichtiger, dass wir ständig dem nachgehen, wie es Gott gemeint hat. Jesus selber bezieht sich extrem auf das Alte Testament, wenn er sagt "gegrapta", was bedeutet: Es steht (in der Bibel) geschrieben. Und Jesus war es, der dafür sorgte, dass die zwölf Apostel, die Augenzeugen, die Bibel durch das Neue Testament ergänzten und endgültig für uns vollendeten. In diesem Sinne ist das AT und NT die apostolische Sukzession und unsere Autorität, da durch diese Bibel Gott zu uns spricht. So wie sich Jesus der Heiligen Schrift unterordnete, weil es Gottes Wort ist, sollten wir das auch tun. „Denn die Schrift ist die Schule des Heiligen Geistes.“ (1) Wir werden so das Maximum an möglichem Wissen über Gottes Willen erfahren. Damit haben wir hier auf dieser Erde das ganze Leben zu tun. Kein Theologe wird hier je zu Ende damit kommen. Dabei werden wir auf Antinomien treffen, wie die Dreieinigkeit Gottes, Prädestination und unsere Verantwortung, Gottes Allmacht und unsere Freiheit usw.

Es wird komplexer als die determinierte Theologie des offenen Theismus oder eine an die menschlichen Grenzen angepasste reformierte Theologie (was dann eigentlich keine „klassische“ reformierte Theologie mehr ist.) es je erfassen könnte. Daher konnte Manuel Schmid auch nicht John Piper in seiner Komplexität kritisieren. Schmid hat die calvinistisch-baptistische Theologie von Piper - und damit eine reformierten Theologie - nicht in seiner Komplexität verstanden, weil sein offener Theismus Gott in unser menschliches Denken determiniert. Ich finde die angebrachte Kritik an Piper als unfair, denn erst wer den anderen richtig verstanden hat, kann wirklich gut und für alle gewinnbringend kritisieren. Vielleicht sollte man zuerst das Buch Donald A. Carson „Ach Herr, wie lange noch?“ lesen. Der Kollege von John Piper stosst tröstend unser Denken in Richtung Allmacht Gottes auf. Piper selber hat einfache und gute Bücher geschrieben: Zum Beispiel: Überwältigt von Gnade, Aurelius Augustinus, Martin Luther, Johannes Calvin oder Standhaft im Leiden John Bunyan, William Cowper, David Brainerd oder Beharrlich in Geduld, John Newton, Charles Simeon, William Wilberforce.

Denn es ist sehr tröstlich, dass Gott allmächtig ist und auch die schlimmsten Umstände in Händen hält. Gott mag heute das Böse „nur“ beschränken – bis er dann am Jüngsten Gericht alle Dinge wieder herstellt. Für seine Leute soll aber alles in diese Zwischenzeit zum Segen dienen, sogar Unverständliches, das Angesicht der Allmacht Gottes doch einen verborgenen Sinn hat. Letztendlich ist auch die biblische Prädestinationslehre ein Mittel von Gott, um uns in dieser Zwischenzeit zu trösten, weil es uns ermutigt, uns nicht auf uns oder andere Menschen, sondern alleine auf Jesus Christus zu verlassen. Die biblische Prädestinationslehre führt uns – wie das gerechte Gesetz Gottes – direkt in die Arme von Jesus Christus, weil wir dann alles von ihm und nicht von uns erwarten. Denn wir können es nicht, obwohl wir voller Güte und Liebe sein sollten.

Zugegeben: Der lebendige Gott ist für unseren Verstand nicht ganz fassbar, vielmehr fasst er uns ganz. Aber so muss es auch sein, wenn wir dem lebendigen Gott und nicht einem selbstgebastelten Götzen nacheifern wollen. Ole Hallesby, ein nun verstorbener norwegischer lutherischer Theologe, beschreibt genau diese Erfahrung, als er als liberaler Theologe bemerkte, dass es Gott wirklich gibt: Sein selbstgemachter Götze war absolut verständlich. Nach seiner Bekehrung verstand er Gott nicht mehr in allen Punkten, dafür konnte er ihn nun wirklich anbeten.

Ich wünsche mir Theologen, die anstelle Eisegese gute Exegese ausarbeiten und so Gottes Volk inspirieren. Solche Theologen können und müssen nicht alles Wissen, weil sie selber ständig am Lernen sind und weil Gott nicht alles offenbart hat. Johannes  Calvin sprach daher von einer „wohlgelehrten Unwissenheit“ (Institutio III,21,2).

Könnte es sein, dass die heutige Theologie in einem ähnlichen Zustand ist, wie am Vorabend der Reformation?

André Gujer, 2.2.2018

Anhang

(1) Johannes Calvin, Insitutio III, 21,3

Freitag, 26. Januar 2018

dreifache Gebrauch des Gesetzes

Riegel (für den Staat, gegen Anarchie)

Spiegel (für das eigene Herz, zur Aufdeckung der Sünden. Das Gesetz treibt uns zu 
              Christus, weil wir nicht so gut, so liebevoll, so barmherzig, so gerecht, so klar usw. 
              aus uns leben können.)

Regel (für den Gläubigen, als Leitplanke)


Engel tragen manchmal Grau von Hedwig Gerber

Eine eindrückliche Lebensgeschichte. Eben konnte ich mit der Tochter der Autorin, Ruth Müller sprechen: Auf Gott vertrauen, es ist eigentlich ganz einfach. (In der Praxis habe ich da etwas mehr Mühe.) Das kleine Büchlein wurde kurz und pregnant gehalten. Frau Müller bestätigte heute, dass dies ein Ziel ihrer Mutter war. Sie verlor sich gar nicht im Detail. Dafür wurden aber auch viele Dinge nicht erfasst. Eine Geschichte hörte ich eben heute. Jemand, der in ihr Haus aufgenommen wurde,  und heute noch sagt, es sei wie eine Bibelschule gewesen.
Im Büchlein selber spürt man auch diese Besonderheit: Das vertraute Leben in Christus. All die vielen Herausforderungen werden so zur Chance im Leben. Da ist eine drogensüchtige junge Frau, die bei ihnen wohnen kann und dadurch wieder Boden unter den Füssen bekommt.
Zudem hört man in letzt vergangene Zeiten. Wie das Dorf glücklich war, gute Lehre zu hören usw.
Oder wie sie als Geschäftsinhaber einer Maschinenfabrik, um genügend finanzielle Mittel baten, damit sie die Löhne oder den dreizehnten Montaslohn zahlen konnten, obwohl sie viel zu wenig Aufträge hatten oder weil der Verkäufer einer Firma eine praktisch konkursite Firma an sie verkauft hat. Gott halt und verorgte.
Die Mutter von Hedwig Gerber war römisch-katholisch, wählte aber die reformierte Kirche. Hedwig Gerber selber hatte Beziehungen zur reformierten Landeskirche wie zu Freikirchen. Ganz kurz werden verschiedene theologische Ausrichtungen erwähnt, mit denen sie Kontakt hatte. Bei allem blieb immer eines: "Aber Gottes Plan stand fest." (Seite 31) Und so kam es in allen Schwierigkeiten immer wieder gut. Manchmal klingt nur etwas kurz an, um dann später klarer aufzutauchen. Das gesamte Buch ist einfach geschrieben. Es pakte mich so, dass ich es vor zwei Tagen in der Nacht durchgelesen habe. 
Es ist ein bisschen wie Dorothea Trudel aus Männedorf. Nur handelt es sich hier um eine verheiratete Frau mit drei Kindern, die ihren Mann in seiner Maschinenfabrik unterstützte.

Hier einige Beispiele:
"Das Mädchen hatte grosse Angst vor seinem Vater. Eines Tages flüchtete es vor ihm und lief von zuhause weg. Er hatte se mit einem Kessel kochenden Wassers übergiessen wollen. 
Tina besuchte hier auch die Schule. Ihr Lehrer hatte ein Herz für seine Schülerin und war froh, dass das Kind bei uns ein Zuhause  gefunden hatte, wo es Geborgenheit und Annahme erleben konnte....
Einmal kam sie aus der Schule heimgerannt, ganz verstört und reif: 'Chiuda la porta, chiuda la porta! Il padre, il padre!' Ich beruhigte das arme Kind: 'Geh nur ins Wohnzimmer, ich brauche ide Türe nicht zu schliessen.' In gottgegebener Autorität trat ich dem wütenden Mann antgegen: 'Tina ist jetzt bei uns. Sie haben sie in Ruhe zu lassen.? Wie ein geschlagener Hund ging er davon. Ich war tieftraurig, mitansehen zu müssen, wie Satan ganze Familien zerstört." (Seite 94)

"Angänflgich lächelte ich ab und zu über den, wie ich meinte, allzu kindlichen Glauben von Herrn Wahli. Schon bald jedoch erkannte ich, dass ich von diesem einfachen, bescheidenen und tüchtigen Mann einiges lernen konnte, was Gottvertrauen anbelangt. Er nahm Gotttes Wort ohne den geringsten Zweifel wörtlich ernst. Seine Liebe zu Jesus erfültle siene Gedanken und seine Sinne ganz, was sich ausnahmslos auf seine Mitmenschen übertrug. Er genoss Wertschätzung, überall, wwo er hinkam, auch bei unseren Mitarbeitern. Wir bewunderten seine Handfertigkeit. In Psalm 1...." (Seite 21)

"Ich erachte es als besondere Liebe und Gnade unseres Gottes, dass  er sich unserer Kirchgemeinde erbarmte und unseren Pfarrer dazu bewegt hat, einen Evangelisation zu organisieren. Während seines langjährigen Dienstes wurde sehr selten auf Jesus als Erlöser hingewiesen. Der Wunsch der Dorfbewohner nach einer klaren Botschaft erfüllte sich. Der Kirchenraum platze bereits am ersten Abend des Anlasses fast aus allen Nähten." (Seite 27)

"An einem frühen Samstagmorgen stand sie unter der Haustür, diesemal tränenüberströmt, und sprudelte hervor: 'Frau Geber, würden Sie für meinen Burder beten, er ist in dieser Nacht mit dem Motorrad verunglückt.' 
Dies war der Anfang eines gemeinsamen Weges, auf dem Monika bald ihr Leben Jesus übergab. Wir luden sie von nun an zu unserem Mittagstisch ein. Gemeinsam erledigten wir anschliessend den Abwasch, um nachher Zeit fürs Gebet zu haben. Gott legte uns seine Anliegen ins Herz, so dass wir oft gar nicht lange bitten mussten bis zur Erhörung. Zum Beispiel bat Monika. 'Beten wir für Beat, dass er aufhören kann zu rauchen.' Beat? Ich hatte keine Ahnung ,wer Beat war, aber wir beteten. Nach kaum drei Wochen meldete mir Monika, dass Beat nicht mehr rauche. Er selber wundere sich, warum er 'einfach so' mit dem Rauchen aufgehört haben, ohne je den willentlichen Entschluss dazu gefasst zu haben...." (Seite 78)

Sie erzählt auch, wie sie als Ostschweizerin Mühe hatte im Kanton Bern die Sonntagsschule zu halten, weil die Kinder ihr Dialekt kaum verstanden - und wie dann Gott trotzdem wirkte. Damals waren die Regionen in der Schweiz noch nicht so digital verbunden...

"Am Abend legten René und ich die ganze Last gemeinsam bei Jesus ab, heisst es doch: 'Wirf die Last deines Weges auf den Herrn, im Vertraue nauf ihn ruhe, und er wird handeln' (Psalm 37,5). Dann schloss ich: 'Vater, jetzt haben wir dir alles gesagt, jetzt möchte ich schlafen, ich bin so müde.' Kaum hatte ich mich auf die Seite gedreht, sprach Gott deutlich zu mir: 'Wer Dank opfert, der preiset mich!' Was hatte das zu bedeuten? Ich wurde hellwach. War das ein wort aus der bibel? Ich kroch aus dem Bett und konsultierte die Konkurdanz: 'Wer Dank opfert, der preiste mich, das ist der Weg, auf dem ich ihm zeige das Heil Gottes' (Psalm 50,23). Als ich im Wohnzimmer auf dem Diwan sass, füllte sich mein Herz mitJUbel. Eien Berührung und ein Gechenk Gotes. Es sang und lobte aus meinem Mund mit grosser Freude. Das ganze Repertoire miner gespeicherten Anbetungslieder erklang inun serer nächtlichen STube. Auch sang ich 'in neuen Zungen', ich weis snicht mehr wie lange. Nach kurzem Schlaf durfte ich am Morgen erfrischt aufstehen. Ja, Gott hatte mir sien HEil gezeigt. Auf welche Weise? Am Abend des nächstern Tages erzählte mir Ruth, ..." (Seite 124)

Heute ist sie - glauche ich 94 - Jahre alt. Es erstaunt nicht, dass das Buch nun in dritter Auflage erscheint. (vermutlich nicht in so grosser Zahl.) Ich konnte das Buch von einer ihrer Schwiegersöhne und ihrer Tochter kaufen. Diese meinten, man solle ihr nicht zuviel erzählen, sonst betet sie  und Gott erhört schnell ihre Gebete.


Freitag, 19. Januar 2018

Zentralisierung und Hierarchisierung

Zentralisierung und Hierarchisierung

Wir waren eben im Tessin. Hier wurde die Idee der Abschaffung der direkten Demokratie auf Gemeindeebene enorm umgesetzt. Offiziell wird dies natürlich anders erklärt: Professionalisierung und Rationalisierung. Doch Professionalisierung bedeutet logischerweise auch die Abschaffung oder mindestens der Ausdüngung der ehrenamtlichen Tätigkeit und damit müsste es eigentlich unter dem Strich teurer werden. Tatsächlich beissen sich diese zwei Systeme – Hierarchisierung und Direkte Demokratie – wo sie es noch können. Zum Beispiel wenn sich ein Dorf, dass sich noch direkt Demokratisch verwaltet und der  Gemeinderat sich über einen ganz konkreten Fall eines KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) aufregt und er es viel zu teuer findet.
Damit möchte ich nicht sagen, dass die KESB generell schlechte Arbeit liefern würde. Aber es ist das Wesen einer professioneller Organisationen, dass sie ihre Profis finanziell entschädigen muss und dass sie selber professionelle Lösungen finden, während ehrenamtlich auch ehrenamtliche Lösungen finden können. Genau das wurde ja auch schon kritisiert, dass früher, als es die KESB noch nicht gab, nicht immer die optimalste Lösung gefunden wurde. Die Frage sollte aber im Raum bleiben, ob die professionellste und damit auch teurere Lösung auch immer die bessere Lösung ist. Denn die Dorfgemeinschaft kann, wenn sie verantwortungsvoll handeln gelernt hat, auch unkonventionelle Lösungen finden, indem ehrenamtliche Leistungen - kombiniert mit Menschlichkeit – zu einem guten Ziel führen.
Zudem wird immer mehr die Forderung laut, dass man die Jungen am politischen Leben mehr einbeziehen sollte. Die alte Lösung – die direkt demokratische – hat dies schon lange ganz natürlich umgesetzt: Junge konnten sich mit den „alten“ Hasen in Vereinen und im politischen Leben eines Dorfes einbringen. Ganz konkret weiss ich von einem kleinen Dorf in der Nähe von Liestal, wo sich niemand mehr für den Gemeinderat fand. Liestal drohte, die Gemeinde einzugemeinden, d.h. ihre Gemeindeautonomie wegzunehmen und sich in der Stadt Liestal als Stadtquartier abzuwerten – oder je nach Meinung aufzuwerten. Unter anderem stellte sich dann ein Musik-Student als Gemeinderat zur Verfügung. Dieser Junge kann also nun ganz praktisch seine politischen Erfahrungen sammeln und dabei die Macht und Verantwortung eines Gemeinderates ausfüllen. Dieser Reifungsprozess geht natürlich mit Rücksicht auf den Willen der Gemeindeversammlung zurück.
Natürlich hat dies auch seine Schattenseite, da wir in einer gefallenen Schöpfung leben. In dieser Zwischenzeit, bis Jesus Christus wiederkommt, ist alles unvollkommen. Daher hört man auch von Dorfkönigen. Also Menschen, bei denen sich die verhältnismässig mehr Macht als bei anderen Bürgern ansammeln. Doch selbst dies muss nicht nur negativ sein, wenn dieser inoffizielle Dorfkönig verantwortungsvoll handelt. Aber selbst wenn es zu korrupten Verhalten in einer solchen  direkt demokratischen Gemeinde kommt, so fällt auf, dass diese Begünstigungen oft auch eine Art von Subventionscharakter für das einheimische Gewerbe hat. Die finanziellen Mittel bleiben also im Dorfkreislauf oder nähren Umgebung erhalten. Und wenn es ganz Schlimm wird, wenn die Gemeinde sich finanziell übernimmt, kann sie natürlich auch temporär entmündigt werden. Dieses Eingreifen von übergeordneter Stelle ist ganz natürlich und war in der Schweiz nur in sehr seltenen Fällen not-wendig. Wer aber glaubt, mit der Zentralisierung verschwinde jede Art von Korruption, sollte sich ein bisschen in der Welt umschauen. Wieviel Geld wird in der EU sinnvoll und effektiv eingesetzt? Nur weil man gewisse Probleme aus unserem Sündenfall – im Gegensatz zu einem mündigen Dorf – in einem zentralisierten System nicht mehr so offiziell sieht, bedeutet es nicht, dass es sie nicht auch gibt.
Bild: Merdie im Januar 2018 als gerade die Sonne nicht schien.
Meride (TI) ist ein Beispiel für ein Dorf, dass am 13. April 2013 seine Gemeindeautonomie aufgab. Laut Wikipedia wohnen hier auf 586 Meter über Meer 344 Einwohner. Das Dorf ist seit 852 historisch bekannt. Viele Kunstmaler und Stuckateure stammen aus diesem Dorf, die in Deutschland, Russland und Frankreich arbeiteten. In den Wintermonaten kehrten sie nach Meride zurück, wo sie die Häuser entsprechend verschönerten. Heute findet man hier ein Museo d’Arte Sacra della Parrocchia di Meride, interessante Kirchen mit Fresken und ein sehr interessantes paläontologisches Museum: Museo dei Fossili, ein Fossilienmuseum. Nur schon dieses Beispiel zeigt, wie kreativ und reich selbst eine solch kleine Gemeinde sein kann. Nun ist dieses Dorf ein Stadtquartier von Mendrisio mit 15'110 Einwohnern. Laut Wikipedia wird die Legislative nun von 60 Gemeinderäten ( Consiglio Communale (Gemeinderat), gebildet. Anstelle der Gemeindeversammlung haben sie also ein Parlament bekommen. Wobei der Gemeinderat nicht - wie für uns - die Exekutive ist, sondern das Gemeinde-Parlament. Die Exekutive, also die Gemeinde-Regierung bildet der siebenköpfige Municipio. Alle diese Vertreter gehören einer Partei an, laut Wikipedia. Somit ist Meride immer noch in eine Demokratie eingebunden. Aber die Bürgernähe hat abgenommen. In den offiziellen Räten sitzen nicht einmal mehr Parteilose. Es wäre interessant, dies noch näher zu beleuchten. Vorallem: Wie wird es sich weiterentwickeln? Wird Gemeindepolitik nun mehr durch die Parteien anstelle einer Sachpolitik kreiert? Nimmt die ehrenamtliche Tätigkeit zu oder ab? Fühlen sich die Bürger und Bürgerinnen mehr oder weniger mit ihrer Gemeinde verbunden? Wie haben sich die Kosten entwickelt. Die Grundidee war sicherlich durch die Struktureinsparungen (nur noch eine Exekutive und eine Legislative) effizienter und mit weniger Kosten zu arbeiten. Aber trat dies auch ein? Immerhin ist diese Gemeinde mit etwas über fünzehntausend Einwohnern immer noch übersichtlich. 


Was hat dies nun mit Theologie zu tun? Wenn es wahr ist, dass wir Menschen seit dem Sündenfall zur Perversion des Guten neigen und uns damit selber schaden, ist es not-wendig, dass wir uns auch Gedanken über die Verhinderung von Machtmissbrauch machen. Die bestgemeinten Gestaltungsversuche können – durch die Blindheit unserer eigenen Sündhaftigkeit – zu noch weniger anstelle besseren Umständen führen. Die direkte Demokratie ist – wie jede Demokratie – anfällig auf Korruption und Unordnung. Daher braucht es von jedem Bürger und jeder Bürgerin eine gewisse Reife. Diese Mündigkeit hat schon die reformierte Reformation angestrebt. Manchmal – wie bei Johannes Calvin – war es vielleicht etwas zu streng. Aber gerade in Genf sehen wir, wie dort die Korruption massiv zurückging und die Gesellschaft aufblühen konnte. Dabei blieb dies nicht auf Genf beschränkt, sondern ermöglichte, dass aus der egoistischen Idee des Kapitalismus eine solche Erfolgsgeschichte wurde. Aber diese Erfolgsgeschichte begann mit Gedanken in der Reformation über die Beschränkung von Machtmissbrauch. Dadurch entstand Rechtssicherheit und viel Ordnung UND viel Freiheit. Historisch gesehen ist das erstaunlich. In Italien wurde zur gleichen Zeit in Florenz die Republik abgeschafft und die Toskana als Fürstentum etabliert: Hierarchie anstelle Demokratie! Dabei stört die Mündigkeit der Bürger und so musste selbst Michelangelo sich beugen und in die Dienste des Papstes treten.
Mich erstaunt, wie bereitwillig man in unserer Zeit die bürgerliche Reife durch „sich verwalten“ lassen, ersetzten will. Natürlich, dass andere: Mündigkeit, ist anstrengend. Es hat etwas mit Denken, Verantwortung übernehmen zu tun. Man kann dann nicht einfach auf die anderen zeigen, dass sie Schuld wären: So ist zum Beispiel ein korruptes Dorf nicht nur die Schuld jener, die die Korruption ausüben, sondern es besteht auch eine Mitverantwortung aller anderer Bürger, da sie es ändern könnten. Johannes Calvin geht allerdings noch weiter: Er meint, dass jedes Volk jene Regierung hat, die es verdient hat. Darum beginnt jede positive Veränderung in der Gesellschaft zuerst bei sich selber. Vielleicht haben wir nur ein Prozent Anteil an den Missständen in unserer Gesellschaft. Aber diese müssen wir erkennen und sie übernehmen. Jesus Christus ist für unsere Schuld gestorben. Darum können wir ihm diese Schuld bringen und von ihm vergeben lassen. Und mit seiner Hilfe – mit der Hilfe von Jesus Christus – können wir dann die Probleme angehen. So werden aus Problemen Chancen! Dies nennt die reformierte Theologie Busse tun. Es ist ein Teil unseres Reifungsprozesses. So gedemütigt und zugleich gestärkt, wird sich die Gesellschaft ändern. Diese Revolution der Herzen ist so kräftig, weil es der Anfang des Himmels in unseren Herzen ist. Wieviel davon die Gesellschaft ändert, hängt von vielem ab. In dieser Zwischenzeit wird es nie perfekt sein. Das kommt erst mit dem zweiten Kommen von Jesus. Aber das Licht bricht damit schon jetzt in unsere Welt.
Verändert Herzen schaffen Wärme und ein Klima des Vertrauens, so dass sich selbst korrupte Systeme in soziale Systeme verändern können. Calvin lebte dafür. Manchmal war er dabei auch sehr „scharf“. Aber der Grundtenor sollte – im Idealfall – die Liebe zur Gesellschaft und jedem einzelnen sein. Und hier sehen wir: Das war letztendlich nichts anderes als der Dienst der alttestamentlichen Propheten. Sie zeigten auf die Missstände und wohin sie führen werden, wenn sie sich nicht änderten. Dabei waren sie manchmal ganz schwach. Gewisse Propheten lebten manchmal Zeugnishaft etwas vor – doch ihre Botschaft wurde in ihrer Feinheit – oft gewaltig wahrgenommen. Jona erlebte wie ganz Ninive umkehrte und Busse tat. Johannes der Täufer erlebte, wie er für seine Kritik an der Ehe seines Königs geköpft wurde. Als Christen müssen wir nicht alle solche Propheten sein. Aber jene, die Gott dazu ruft, sollten dieses Amt – mit Gotteshilfe – ausüben: Zum Wohle aller und aus Liebe zu allen.
Jona ist dabei ein Prophet, der diesem Ideal eines Propheten gar nicht entspricht. Das Buch endet mit der Frage, ob Jona begriffen hat, dass Gott auch die Heiden liebt. Und dass Gott auch ihnen gerne vergeben will, wenn sie umkehren. Wir wissen aus dem Buch Jona nicht, ob der Prophet Jona das begriffen hat, da das Buch mit dieser Frage an ihn endet, während Jona auf die Stadt Ninive wartet und gerne sehen würde, dass Gott die Stadt vernichten würde. Aber Gott hat ihr – nach ihrer Busse – vergeben. Für Jona war vermutlich sein politisches Renommee wichtiger, als die Liebe zu Ninive. Denn was wird Israel denken, dass nun dieser „Feind“ – Ninive - nicht vernichtet wurde? Ja noch schlimmer, dass er Jona mit seiner Busspredigt sogar zu dessen Stärkung von Ninive beigetragen hat? Oder vielleicht war es auch purer Hass des Jonas gegen die Heiden von Ninive? Wir wissen es nicht so genau. Gott konnte aber trotzdem die Buss-Predigt von Jona nutzen, damit Ninive umkehrte und Busse tat. Ein Wunder! das der Prediger dieses Wunder am Ende des Buches Jona nicht verstanden hat.
Hier sehen wir auch, dass das Ziel Gottes mit der Busse und damit unserer Demütigung unseres hochmütigen Stolzes nicht das Endziel ist. Es ist nur der Weg zu unserer Erhöhung:

„So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit!“ (1. Petrus 5,6)

Selbst von Jesus Christus wird gesagt, dass er hier durch diesen Prozess lernte:

„Und obwohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt;“ (Hebräer 5,8) Ich weiss zwar nicht, warum Jesus Christus als Sohn Gottes, als Gott, hier unter uns Sündern noch lernen musste, aber wenn er dies schon tat, können wir davon ausgehen, dass dies auch zu unserem Reifungsprozess gehört. Und dieser Reifungsprozess führt zur Mündigkeit:

„Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Worte bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr  werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Johannes 8,31+32).

Was nützt das Nichtchristen?

Viel!

Erstens, weil sie selber in das „hineinsteigen“ können. Oder aber, wenn sie das nicht wollen, da der Heilige Geist ihnen dies nicht aufschliesst, können sie in einer „abgespeckten“ Version – leider mit gewissen weniger starken Kraft – dies philosophisch nachvollziehen und so mit uns Christen an einer menschlicheren Welt bauen. Und gerade dies finden wir in der Geschichte der westlichen Welt immer wieder. Natürlich, es war nie vollkommen. Und manchmal wurde es anstelle besser auch schlimmer, weil man sich der eigenen Sündhaftigkeit zu wenig bewusst war.

Ich hoffe, dieser Beitrag ist ein kleiner Beitrag zur Förderung der Mündigkeit der Bürger und Bürgerinnen und damit zur direkten Demokratie. (Ich weiss, die Bibel lehrt etwas noch viel besseres als Demokratie: Einigkeit in der Vielfalt. Einigkeit, weil man von tiefsten Herzen zustimmen kann. Aber in dieser Zwischenzeit ist nur eine „Abstraktion“ möglich. Dazu gehört die Demokratie. Huldrych Zwingli war noch pragmatischer, indem er von allen drei Regierungsformen: Königtum, Aristokratie und Demokratie sprach, wie sie sein sollten und wie sie entarten können: Königtum zur Diktatur, Aristokratie zur Oligarchenherrschaft, Demokratie zur Unordnung. Gerade England und Schottland sowie die Niederlande zeigen, wie selbst ein Königreich sehr demokratisch sein kann. Nur schon die unterschiedliche Handhabung, wie der Sezessionswille Schottland aus Grossbritannien in den heutigen Tagen angegangen wurde – trotz Versuchungen der EU – im Gegensatz zu den Sezessionsbestrebungen von Katalonien in Spanien, sind erstaunlich und sind letztendlich auf das eben erwähnte zurückzuführen: England und Schottland liessen sich auf unterschiedliche Weise von der Bibel beeinflussen, welche besonders in der Reformationszeit und dann in den folgenden Erweckungszeiten diese Gesellschaften formten. Wie in der Schweiz stellt sich natürlich die Frage, wie lange diese Freiheit und Ordnung sowie diese demokratische Problemlösung noch möglich sein wird, wenn das reformatorische Christentum sich auflöst. Wobei gerade in England die anglikanische Staatskirche auch wieder wächst. Hoffen wir, dass damit auch das biblische  Erbe im Bewusstsein der Gesellschaft wieder wächst.)

Gott segne uns. Was man immer kann: Beten für die Gesellschaft und insbesondere für die Regierung und die Verantwortlichen der Gesellschaft. Gerade für uns Christen ist das eine wichtige Verantwortung.

„Danke Herr, darf ich Dir das alles abgeben. Wirke Du, dass wir weiser werden. Wirke Du, dass wir unsere die von Dir gegebene Verantwortung wahrnehmen und uns nicht nur einfach vom Schicksal verwalten lassen. Lass uns Kopf sein und nicht der Schwanz, der vom Schicksal herumgeschlagen wird!

„Und der Herr wird dich zum Haupt machen und nicht zum Schwanz; und du wirst nur zuoberst und nicht zuunterst sein, wenn du gehorchst den Geboten des HERRN, deines Gottes, die ich dir heute gebiete, dass due sie beobachtest und tust,“ (5. Mose 28,13)

Denn die Sünde macht uns fertig: Sie zerstört leben. Ja, der Tod ist der Stachel des Todes!

„Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz.“ (1. Korinther 15,56) Wobei das Gesetz Gottes natürlich sehr gut ist (s. Römer 7,12+13). Aber es zeigt noch klarer, wie wir dem Guten nicht entsprechen. Und da wir Sünder sind, spornt es uns sogar an, es zu übertreten. Aus dem Fluch des Gesetzes (wer das Gesetz nicht hält, steht unter einem Fluch) befreit Jesus:
„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, aber die Gnadengabe Gottes it das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Römer 6,23) Darum fürchtet das Böse nichts mehr als Jesus Christus und seine Gnade und Barmherzigkeit: Denn Jesus hat das Böse am Kreuz besiegt und mit seinem zweiten Kommen wird das für alle sichtbar werden.

Die Sünde gibt vor, sie bringe uns Freiheit, dabei versklavt sie uns nur:

„Denn mit hochtrabenden, nichtigen Reden fangen sie durch die Begierden des Fleisches mit Hilfe von zügellosen Ausschweifungen diejenigen ein, die doch in Wahrheit hinweggeflohen waren von denen, die im Irrtum wandeln. Dabei verheissen sie ihnen Freiheit, obgleich sie doch selbst Sklaven des Verderbens sind; denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er geworden.“ (Römer 2,18+19)

Das Thema ist komplex. Wir können noch in viele weitere Bereiche denkerisch vordringen. Wichtig ist, dass es uns zur Freiheit in Christus führt: Freiheit vor der Versklavung der Sünde, die in den Tod führt. Eines der Nebenprodukte kann eine freie Gesellschaft sein, die sehr viel Ordnung und Rechtssicherheit hat und damit die Möglichkeit zur Innovation in Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst, sozialem Verhalten und allen anderen Gebieten des Menschseins begründet.  












Hier noch Bilder vom 19.1.2018 von Morcote mit 755 Einwohnern laut Wikipedia. Laut SRF (Schweizer Fernesehen) vom 15.10.16 das schönste Schweizer Dorf, ist politisch immer noch unabhängig.
Das Tessin ist einfach schön. Die Menschen sind freundlich. Die Sonnenterasse der Schweiz ist einfach genial.


Samstag, 23. Dezember 2017

Weihnachten: Jesus Christus der Retter: Immanuel

Ein eindrücklicher Beitrag:


Jesus Christus, was Messias bedeutet, wird u.a. auch Immanuel im Alten Testament gennant (auch Emanuel): Bsp.:

"Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen und wird Mutter eines Sohnes, den sie Immanuel nennen wird." (Jesaja 7,14)

Immanuel bedeutet "Gott mit uns". "Er kennzeichnet Gottes Versprechen, seine Kinder zu retten, zu segnen und zu schützen. Die Identität der Jungfrau und des Kindes sind zum Gegenstand vielerDiskussionen gerworden." schreibt die Genfer Studienbibel, Seite 1098. Folgen wir dieser theologischen Argumente etwas:
"Erstens, einige (besonders Juden im 2. Jahrhundert nach Christus) deuteten die Stelle mit Bezugnahme auf die Frau des Ahas und ihr Kind, Hiskia. Aber wie Hieronymus (ca. 400 n. Chr.) zeigte, war Hiskia zu jener Zeit bereits geboren. Zweitens: andere identifizieren die Jungfrau mit der Frau von Jesaja oder einer Frau, die dem Porpheten anvertraut wurde (8,3), und das kInd als Sohn Jesajas, "Bald kommt Plünderung, eilends Raub' (hebr. Maher-SChalal Chasch-Bas). Diese Deutung ist zweifelhaft. Wenn Jesajas Frau gemient wäre, dann wäre der hebr. Ausdruck 'Jungfrau' für sie, die ja bereits einen Sohn geboren hatte (Schearjaschub, 7,3), äusserst unpassend. Wenn eine dem Jesaja anvertraute Frau gmeeint wäre, dan nwird man voraussetzen, dass seine erste Frau schon gestorben ist. Das würde auch bedeuten, dass dem Kind bie der Geburt zwei sich widersprechende Namen gegeben wurde: 'Gott ist mit uns' (Maher-Schalal Chasch-Bas). Wenn das auch nicht völlig auszuschliessen ist, so ist es doch höchst unwahrscheinich. Schliesslich lässt die wudnerliche Speise des Kindes 'Butter und Honig" (s. Jesaja 7,15), vermuten dass das kInd nach der Zerstörung Judas aufwachsen wird (Anm. zu V. 5). Die dritte und tradtionelle Deutung identifiziert das Kind mit dem Messias, einer besonderen göttlichen Person, deren Geburt die natürliche Sphäre übersteigt. Diese Deutung setzt mit Recht das Kind mit dem Namen 'Imamanuel' - dem Namen für Gott in 8,8.10 - mit dem Kindgleich, das in 9,6 dieselben Titel Gottes besitzt, und mit dem 'Zweig', der die Welt rettet (Kap. 11). Nach der Deutung der Stelle bei Matthäus ist die Jungfrau Maria und das Kind Jesus Christus (Mt 1,22 f.). Jedoch die Prophezeihung teilweise durch die Geburt des Sohnes Jesajas 'Bald kommt Plünderung, eilends Raub' erfüllt (8,1-3), der dem Haus Davids den Thron Gottes für ewig sichert."

Etwas komplex: Das Neue Testamtent konkret Matthäus sieht in Immanuel also den Messias, Jesus Christus, diese dritte angedachte Auslegung dieser Stelle. Zugleich hören wir etwas von einer teilweisen Erfüllung. Das sehen wir in manch anderen Voraussagen der Bibel. So wird zum Beispiel der Geist Gottes verhiessen. Das Pfingstfest ist die Erfüllung, aber bereits im Alten Testament wird dieses Ereignis teilweise erfüllt, wenn einzelne Menschen vom Geist Gottes - manchmal nur für eine begrenzte Zeit - erfüllt werden. Oder Auch wie Jesus Christus bei seinem ersten Kommen gekommen ist: Er brachte das Reich Gottes, überall wo das Evangelium gepredigt wird. Das Reich Gottes ist schon - in einer gewissen geistlichen Weise da - in unseren Herzen, wenn wir glauben. Das ist der schon jetzt Aspekt im Schon jetzt und noch nicht Aspekt der biblischen Eschatologie. Das noch nicht besteht darin, dass wir immer noch sterben, immer gibt es noch Leid und Tod. Da der Tod der Stachel der Sünde ist und zuletzt entfernt wird, gibt es auch noch  reale Sünde , wie wir wohl alle schon bemerkt haben. Wenn dann Jesus Christus zum zweiten Mal kommt, dann wenn diese Erde im Feuer krachend untergeht und das Jüngste Gericht gehalten wird, dann wird alles erfüllt: Wer an Jesus Christus glaubte wird mit einem Auferstehungsleib auferstehen und das neue Jerusalem, die neue Welt, die Herstellung aller  Dinge sehen! So hat es Jesus CHRISTUS versprochen! Und Gott lügt nicht! AMEN! AMEN!

Gott allein die Ehre!

Amen und Ihnen Gottes Segegn!


Freitag, 15. Dezember 2017

Macht hoch die Tür die Tor macht weit: es kommt der Herr der Herrlichkeit

Diese Geschichte las ich am Mittwoch in unserer Hauskreis-Weihnachtsfeier vor (Rechte unbekannt):

Königsberg im Jahr 1623. Es war eine schwierige Zeit: Krieg, Hunger, Seuchen gingen nicht spurlos an der Bevölkerung vorüber. Es war mitten im 30-jährigen Krieg (1618-1648). Wohlstand fand man vor allem noch in den Häusern der alteingesessenen Königsberger Kaufleute, aber auch im Haus des Fisch- und Getreidehändlers Sturgis. Er gehörte nicht zu den angesehenen Patrizieren, sondern war vielmehr ein Emporkömmling, der mit kaufmännischem Fingerspitzengefühl und zähem Fleiss zu Wohlstand und Reichtum gekommen war.
Zwar hatte man ihm einen Bauplatz im vornehmen Patrizierviertel versagt, doch hielt sein neu erbautes, grosses Haus am Rossgärtner Markt jedem Vergleich stand.
Nur eines ärgerte den Besitzer :Wenig entfernt von seinem Grundstück lag ein Armen- und Siechenheim, und dicht bei seinem Gartenzaun verlief der schmale Fussweg, den die Armenhäusler benutzten, wenn sie Besorgenungen in der Stadt machen oder am Sonntag den Gottesdienst besuchen wollten.
Zwar belästigten sie den Kaufmann nie, aber STurgis ärgete sich über den Anblick der armseligen Gestalten und beschloss, Abhilfe zu schaffen.
Spitzfindig wie er war, kaufte er die lange, breiet Wiese, über die der Pfad führte, und legte einen herrlichen Park an. Er umgab ihn mit einem Zaun, schloss ihn nach aussen durch  ein prächtiges Tor und auf der Rücksetie durch eine kleine verriegelte Pforte ab. Nun war den Armenhäuslern der Weg versperrt, und der Umweg zur Stadt war für die meisten von ihnen zu weit und zu beschwerlich.
So klagten sie ihrem Pfarrer Weissel ihr Leid und baten um Rat und Hilfe. Sollte es Gott nicht möglich sein, dass der reiche Mann das Tor seines HErzens öffnete, damit die Barmherzigkeit Einzug halten konnte? War es nicht so, dass Sturgis' Name in Sammellisten in der Regel hinter hohen Summen zu finden war, und dass er sich besonders freigebig zeigte, wenn Spünden und Betragf öffenltich bekannt gegen wurden? (Dies löste im Hauskreis ein lautes Schmunzeln aus.) Auch hatte er stets eine grosszügige Hand, wenn in der Adventszeit der Chor vor den Häusern der Wohltäter und Spender sein Lieder erklingen liess.

Doch in diesem Jahr war es anders. Das versclossene Tor war Grund für die abweisende Haltung, mit der man Sturgis gegenüberstand. Man wollte dieses Jahr nicht vor dem haus des Getreidehändlers singen. Weissel aber gab zu bedenken: 

"Ich meine, wir würden Advent und Weihnachten nicht richtig feiern können, wenn wir den reichen Mann ausschlössen. Unser Erlöser geht auch an keinem Haus und keinem Herzen vorüber. Wollen wir ihm nachfolgen oder nicht?"

Der chorleiter, ein junger Student, wurde nachdenklich. Aber würden sich die Chormitglieder überreden lassen? Schliesslich einigte man sich auf einen Kompromiss, und Weissel selbst würde die Sänger begleiten.
Doch welches Lied soltle bei Sturgis erklingen? Da og Weissel die Schublade seines Tisches auf und entnahm ihr ein Blatt, dicht beschrieben mit Versen. Schweigend und sichtlich ergriffen las der junge Stundent die Verse:

"Macht hoch die Tür, die Tor macht weit: es kommt der Herr der Herrlichkeit."

"Wundervoll", rief er schliesslich mit Begeisterung aus. Das Lied sollte in dieser Adventszeit zum ersten Mal erklingen. Säter würde sich sicher ein Komponist finden ,der eine gute Melodie schaffen würde. Doch wie war es zu diesem Lied gekommen? Während der junge Gast noch einmal die Worte überflog, erzählte Weissel:

"Es war während des starken Sturms, der vor kurzem - von der Küste kommend - über das Land hingweggfegte und viel Schnee mit sich gebracht hatte. Weissel hatte in der Nähe des Doms zu tun. Der Wind peitschte ihm ins Gesicht und  wollte ihm fast den Atem rauben. Er strebte dem Dom zu, um dort unter dem hohen Pottal Schutz zu finden. Die Augen fest auf die Tür geheftet, erreichte er die breite Treppe. In diesem Augenblick öffnete sich das Portal weit und der freundliche Glöcner machte mit einer leichten Verbeugung eine einladende Geste:

"Willkommen im Haus der Herrn. Hier ist jeder in gleicher Weise willkommen, ob Patrizier oder Tagelöhner. Das  Tor des Königs aller Könige steht jedem offen."

Weissel schüttelte den Schnee vom Mantel und klopfte dem Glöckner auf die Schulter. "Eben hat er mir eine ausgezeichnete Predigt gehalten."

Bis sich das Unwetter gelegt hatte, war in ihm das lied entstanden, das nun vor seinem jungen Besucher lag:
"Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit ..."

Am Nachmittag des vierten Advents versammelten sich die Alten und Siechen (1) zur Weihnachtsfeier der Kirchengemeinde, die auch in diesem Jahr wieder durch die Spenden der reichen Handelsherren ermöglicht worden war.
Hinterher sollte der Chor noch die Wohltäter mit Weihnachtsliedern erfreuen, die bislang noch nicht besucht worden waren. So formierte sich ein seltsamer Zug, voraus Pfarrer Weissel, gefolgt von den Sängern, danach die Alten und die an Stöcken und Krücken humpelnden Siechen (1). 
Sturgis sass währenddessen allein in seinem grossen Zimmer. Der T isch war festlich geschmückt und bedekct mit erlesenen Esswaren, wollte er doch durch seine Grosszügigkeit die aufgebrachten Gemüter besänftigen.
Dort kamen sie: Pfarrer, Chor und dahinter die Alten. Entsetzt beobachtete Sturgis, wieder seltsame Zug an den weit geöffenten Türen seines Hauses vorüberzog. Wollte man ihn so kränken? Doch nein, jetzt machten sie Halt, geradewegs vor dem prächtrigen Tor seines Parks. Ob sie dort singen wollten? Zögernd verliess Sturgis das Haus und ging durch den Garten bis zu der kleinen Pforte, die in den Park führte, und öffente sie.
Da begann Weissel seine Ansprache. Er sprach vom König aller Kénige, der auc hhetue noch vor verschlossesnen Herzenstüren wartet und Einlass begehrt, auch bei Kaufmann Sturgis. 

"Ich flehe  euch an," fuhr Weissel fort, "öffente nicht nur dieses sichtbare Tor, sondern das Tor Eures Herzens und lasst den König ein, ehe es zu spät ist."

Darauf wandte er sich um und weis auf die Schar der Alten, die ihnen gefolgt waren. In diesem Augenblick begann der Chor:

"Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit ..."

Sturgis schien es, als höre er einen Engelchor. Tief drangen die Worte in sein Herz ein. Langsam näherte er sic hdem grossen Tor, griff bei der zweiten Strophe mit zitternder Hand in die Tasche, holte den Schlüssel heraus und öffnte weit und schweren Eisenflügel.
Pfarrer Weissel trat ein, nach ihm der chor und die Alten. Sie  ogen singend durch den Park bis zu der kleinen Pforte.
Sturgis öffente sie weit und verkündete, dass von nun an Tor und Tür geöffent bleiben sollten, um dem König aller Könige Einlass zu gewähren. Darauf lud er alle in sein Haus ein, auch die Alten, deren Anblick er bisher kaum ertragen konnte. Er selbt aber hatte strahlende Augen wie ein Kind am Weihnachtsabend.
Dann sass er neben dem Pfarrer und bat ihn, die Strophen des neuen Liedes als Erinnerung an diesem Tag in sein Gesangbuch zu schreiben. Diese Bitte wurde ihm gerne gewährt, doch auch Weissel hatte einen Wunsch:
Er bat den Kaufmann, in diesem Lied die für ihn wichtigsten Zeile zu unterschtreichen. Der reiche Mann brauchte nicht lange zu überlgen. Ohne zu zögern ergriff er die Feder und unterstrich den ersten Satz der 5. Strophe:

"Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür die offen ist."
Der Weg durch den Park aber wurde von da an der Advents- oder Weihnachtsweg genannt.

Unten das Lied mit einem folgenden Bericht über diesen evangelischen Knabenchor mit weiteren musikalischen Beiträgen.(Hohe Qualität! Ein klangliches geniales Lied mit dem Thema Maria müsste man vielleicht theologisch aufarbeiten...)


Ich weiss nicht, wie wahr diese Geschichte ist. Auf jedenfall gibt es immer Menschen, die gerade auch in solch schwern Zeiten wie dem 30-jährigen Krieg wissen, wie man reich wird. Dieser geschickte Kaufmann hat sich leicht verirrt und sich in seinem Hochmut über andere erhoben. Er war aber genügend geschickt, Weisheit zu lernen. Daher waren am Schluss alle beschenkt.

Pfarrer Weissel (1590 - 1635) hat dieses Lied am 2. Advent des Jahres 1623 nach Christi Geburt für die Einweihung der Altrössgärter Kirche in Königsberg geschrieben (laut Wikipedia). Am 3. Advent, also nur eine Woche später, wurde sein Lied: "Such wer da will, ein ander Ziel" eingeführt. An diesem dritten Advent 1623 wurde Georg Weissel in der Altgrössgärter Kirche ordiniert. 

Das Lied lehnt sich an den Psalm 24 von König David an.

Dieser Psalm behandelt folgende Themen:

Gott ist der Eigentümer

Gott ist der Schöpfer

Wer darf sich Gott nähern in seinem Heiligtum? Äussere Ehrbarkeit
Aber wer hat ein reines Herz?

Jakob war aus seiner Natur alles andere als ein Mann mit einem reinen Herzen:
Er war ein Schlitzohr.
Er versuchte lange den Segen mit Hinterlist und eigenen Leistungen zu erringen, bis ihn Gott bezwang und ihn in die Enge trieb:
Da bat er – mit all seinem Willen -
dass Gott ihn segnen solle.

Niemand von uns Menschen seit dem Sündenfall hat ein reines Herzen. Wer sich dies einbildet, sieht die Realität nicht. Daher sagte Martin Luther über diesen Psalm: Dieser Psalm zieht den religiösen die Hose aus! Jeder Selbstgerechte kommt so zum schweigen: Oder er steigert sich in seinem Hochmut in die Idee: er habe aus sich ein reines Herzens. Damit wird allen noch klarer, wie unmöglich es ist, sich selber gerecht machen zu wollen. Wer dies glaubt, macht sich zum Narren.

Hier der Text des Psalmes 24 nach der Luther Uebersetzung: 


Psalm 24     Einzug in das Heiligtum
Ein Psalm Davids.
Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.
2 Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet.
3 Wer darf auf des Herrn Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?
4 Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug, und nicht falsche Eide schwört;
5 Der wird den Segen vom HERRN empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.
6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs.

7 Machet die Tore weit und die Türe in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

8 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit.
9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!
10 wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König der Ehre. Sela.

Wer ist der König der Ehre? Es ist Jesus Christus! Gott und Mensch zugleich. Der einzige Mensch mit einem reinen Herzen!
Jakob erhielt den Segen als Geschenk von Gott.
Wir erhalten den Segen von Jesus Christus, dem König der Ehre, der Herr.
Lasst uns unsere Tore des Herzens für ihn öffnen, damit er einzieht: Er ist der Starke, der das Böse überwindet: Er ist der siegreiche Held im Streit! Er hat den Sieg für uns errungen.


Beachtenswert ist in diesem Lied auch folgendes:

Die erste Strophe endet mit

Gelob sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat.                        Hier ist Gott der Vater gemeint (und Jesus Christus
                                                                       als Wort Gottes, als Logos: Denn Gott schuf,                                                                                           indem er sprach
…………….
Die zweite Strophe endet mit

Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland gross von Tag.                         Mein Heiland ist Jesus Christus: Gott der Sohn
                                                                       Er ist mein Heiland. Bei ihm kommt alles gut.
……………

Die dritte Strophe mit

Gelobet sei mein Gott
Mein Tröster früh und spat.                           Gott der Heilige Geist ist unser Tröster.

Damit wird ganz natürlich die Dreieinigkeit des einen Gottes geehrt. Und  wer Gott so lobt, wird selber bechenkt, wie es dieser reiche Kaufmann erlebte.

Wer ist nun der König der Ehre?
Wem sollen wir die Herzenstüren öffenen?

Es ist Jesus Christus!

"Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." verspricht Jesus Christus (s.  Offenbarung 3,20)

Jesus Christus ist der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Streit:

"Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und stärke und Ehre und Preis und Lob." (Offenbarung 5,12)

Wer ist der König der Ehre? Es ist Jesus Christus! Gott und Mensch zugleich. Der einzige Mensch mit einem reinen Herzen!
Jakob erhielt den Segen als Geschenk von Gott. Mit seiner List und all seiner Kraft konnte er das Geschenkt nicht erhalten: Lassen wir uns also auch nicht in die Werkgerechtigkeit versklaven, sondern das Geschenk Gottes annehmen: Jesus Christus.
Wir erhalten den Segen von Jesus Christus, dem König der Ehre, der Herr.
Lasst uns unsere Tore des Herzens für ihn öffnen, damit er einzieht: Er ist der Starke, der das Böse überwindet: Er ist der siegreiche Held im Streit! Er hat den Sieg für uns errungen.

Dieses Lied "Macht hoch die Tür" hat auch alle konfessionellen Schranken überwunden. Pfarrer Weissel war ein protestantischer Pfarrer. Heute finden wir das Lied in verschiedenen evangelischen Demoninationen von Landes- und Freikirchen wie auch in der römischen Kirche.


Gott allein gehört die Ehre! So können wir Gott geniessen.

Anhang:
(1) ein alter Ausdruck für kranke und behinderte Menschen. Dieser Text ist selber alt. Der Ausdruck "Siech" wird heute noch in Norwegen für das Krankenhaus benutzt. Im Schweizerdeutschen wird er noch im übertragenen Sinn und nicht mehr im ursprünglichen Sinn verwendet.

Hier ein anderes Lied von Weissel